Kunstfluglehrgang

Bei einem Kompaktkurs für den Kunstflug zögern so manche. Eigentlich hat man ja nicht die Zeit mal 3 Tage ganz dem Kunstflug zu widmen. Könnte teuer werden, Hotel Anfahrt etc. Und man will ja nicht zum Profi werden. Was ist bei schlechtem Wetter? Es geht ja eigentlich nur mal darum die Grenzen kennen zu lernen. Und was mache ich dann wenn mein Magen nicht mitmacht und mir immer schlecht wird? Dann alles Geld zum Fenster raus geschmissen? Nein!

Zunächst das Wichtigste. Wer die Ausbildung nicht beenden kann, aus welchen Gründen auch immer, muss nicht für Leistungen bezahlen die er nicht bekommt.

In der Praxis ist es mit der Terminierung für Kunstflug nicht ganz so einfach wie man es noch kennt zu seiner Zeit in der Ausbildung zum PPL.

Das wir wir brauchbares Wetter benötigen liegt auf der Hand. Das bedeutet bei einer gesetzlichen Sicherheitshöhe schon mal Wolken von mindestens 1500ft GND. In der Umgebung von Frankfurt/Main fängt der kontrolliert Luftraum E bereits bei 1000ft GND an. Damit ist ein Flugplan und ein Notam erforderlich. Dieses muss man spätestens 3 Stunden, bzw 5 Stunden am Wochenende vorher mit der Flugsicherung aufgeben. Ausnahmen gibt es natürlich auch, zum Beispiel wenn man direkt am Flugplatz trainiert und der Flugleiter bzw die Controller zustimmen. Bei uns in Mainz wird die Genehmigung aus Sorge um die Anwohner nicht erteilt.

Bei den Übungen für den Kunstflug sind wir zwar nicht lauter als andere, doch wenn man das immer an der gleiche Stelle tut kann das verständlicher Weise nerven. In der Praxis fliegen wir an geeigneten Orten in der Nähe, und wechseln diese wenn mehr als ein Flug stattfindet.

Das heisst also: Pro Flug in die Kunstflugbox etwa 8-12 Minuten. Und natürlich auch wieder zurück. Wir wissen aus Erfahrung das eine Kunstflugeinheit nicht mehr als 15-20 Minuten dauert: Kunstflug ist deutlich anstrengender als normal fliegen. Das der Magen am Anfang auch nicht so recht möchte ist normal. Doch der Körper gewöhnt sich mit den Flügen dran wenn die Abstände nicht all zu gross sind.

Da kommt also immer was zusammen. 15 min Kunstflug, und noch einmal 15-20 min Ferryflug. Das ganze fängt an ärgerlich zu werden wenn man, in der Box angekommen, sich nicht so fit fühlt, oder die Wolken sind tiefer und dichter als erwartet.

Durch all diese Umstände war die Idee geboren einen Ort zu suchen Kunstflug effizienter und so auch kostengünstiger zu betreiben.

Vorteile von einem Trainingslager in Stendal oder Reinsdorf:

  1. Wetter. EDOD und EDOV liegen fast am Meerespiegel, auf der Leeseite des Harz meist gutes Kunstflugwetter.
  2. Günstige Unterkünfte am Platz verfügbar. Stendal hat sogar einen ICE Bahnhof, also auch gut mit der Bahn zu erreichen.
  3. Freie Lufträume machen den Kunstflug unkompliziert.
  4. Die Betreiber des Flugpatzes sind den Kunstflieger freundlich gesinnt. Sind nämich selber Kunstflieger und ehemalige Mig21 Piloten.
  5. Kurze Ferryflüge in die Kunstflugboxen. So hat man mehr Kunstflug.
  6. Mehr als ein Trainingsflug täglich erhöht den Lernfortschritt drastisch und hilft, den Körper an die vielen neuen Eindrücke zu gewöhnen.
  7. Für die, die mit dem Flieger anreisen sind ausreichend Hallenplätze vorhanden.
  8. Lange Landebahnen für Spornradtraining, Graß und Asphalt.
  9. Austausch mit den anderen Kunstfliegern. So finden sich schneller Antworten auf die vielen Fragen die da kommen.